Finanzierungen

Möbel umzustellen oder Stolperfallen zu beseitigen, kostet nur einige Handgriffe und bringt mehr Platz und Sicherheit. Kleine Veränderungen, vielleicht auch mittels eines geschickten Nachbarn oder Verwandten, sind schnell zu erledigen. Größere Umbauten, Hilfsmittel oder Einrichtungsgegenstände bedürfen der Prüfung der Finanzierbarkeit. Pflegekassen, Stadt, Land und Bund stellen großzügige Zuschüsse zur Verfügung, um Ihre Entscheidung zu unterstützen. In jedem Fall sollte der Baubeginn nicht vor der Bewilligung der Förderung liegen.

1. Pflegeversicherung

Wohnumfeldverbessernde Maßnahmen für Pflegebedürftige wie z.B. Türverbreiterungen, Küchenschrankabsenkvorrichtungen, der Austausch einer Badewanne durch eine Dusche können durch die Pflegeversicherung seit 1.7.1995 bezahlt werden. Wenn dadurch im Einzelfall die häusliche Pflege ermöglicht oder erheblich erleichtert oder eine selbständige Lebensführung des Mobilitätsbeeinträchtigten stabilisiert wird.

(§ 40 Abs. 4 SGB XI)

Ein Zuschuss von bis zu 4.000 EUR wird je Maßnahme gezahlt.
Ändert sich die Pflegesituation kann eine weitere Maßnahme in Anspruch genommen werden.

Dazu kommt ein Pflegegeld, welches bei individueller Pflege zu Hause beträgt:

 

Pflegegrade 2017

Mit Umsetzung des Pflegestärkungsgesetzes II ab 1. Januar 2017 wird der Begriff der  Pflegebedürftigkeit völlig neu definiert. Maßgeblich für das Vorliegen von Pflegebedürftigkeit sind Beeinträchtigungen der Selbständigkeit oder Fähigkeitsstörungen in den nachfolgenden sechs Bereichen (Module):
1. Mobilität (z.B. Fortbewegen innerhalb des Wohnbereichs, Treppensteigen etc.)
2. Kognitive und kommunikative Fähigkeiten (z.B. z.B. örtliche und zeitliche Orientierung etc.)
3. Verhaltensweisen und psychischen Problemlagen (z.B. nächtliche Unruhe, selbstschädigendes und autoaggressives Verhalten)
4. Selbstversorgung (z.B. Körperpflege, Ernährung etc. -> hierunter wurde bisher die „Grundpflege“ verstanden)
5. Bewältigung von und selbständiger Umgang mit krankheits- oder therapiebedingten Anforderungen und Belastungen (z.B. Medikation, Wundversorgung, Arztbesuche, Therapieeinhaltung)
6. Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte (z.B. Gestaltung des Tagesablaufs)

Der Pflegegrad I zahlt vorrangig nur den Zuschuss zur Wohnumfeldverbesserung in Höhe von 4.000 Euro. Es wird mit 500.000 Neuanträgen gerechnet.

Mit Wirkung ab 1. Januar 2017 wird jedem Pflegebedüftigen mit Pflegestufe automatisch ein Pflegegrad zugeordnet.

VON NACH
per 2017 neu eingeführt Pflegegrad 1
Pflegestufe 0 Pflegegrad 2
Pflegestufe I Pflegegrad 2
Pflegestufe I mit eingeschränkter Alltagskompetenz Pflegegrad 3
Pflegestufe II Pflegegrad 3
Pflegestufe II mit eingeschränkter Alltagskompetenz Pflegegrad 4
Pflegestufe III Pflegegrad 4
Pflegestufe III /Härtfall Pflegegrad 5
Pflegestufe III mit eingeschränkter Alltagskompetenz Pflegegrad 5

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Pflegegrad I ist einfacher zu erlangen.
Die Pflegekasse zahlt vorrangig nur den Zuschuss zur Wohnumfeldverbesserung in Höhe von 4.000 Euro.

2. Unfall- und Rentenversicherungsträger

Bei Erwerbsunfähigkeit, Arbeits- und Wegeunfällen, sowie Berufskrankheiten kann es Mittel zur Rehabilitation geben. In der Regel beziehen sich diese Kostenträger auf die Wiederherstellung oder Verbesserung der Erwerbstätigkeit.
Ansprechpartner sind:

  • das Arbeitsamt
  • das Versorgungsamt auf Grundlage des:
    Bundesversorgungsgesetz (BVG), Häftlingshilfegesetz (HHG), Opferentschädigungsgesetz (OEG), Schwerbehindertengesetz (SchwbG)

3. Landesförderungen

Wohnungsanpassungen für Ältere und Behinderte, die das selbstständige Leben zu Hause unterstützen, werden von Bundesland zu Bundesland sehr unterschiedlich unterstützt.

Hier nur einige Beispiele:

D R E S D E N

Fördergegenstand:
Maßnahmen zur Anpassung von Bestandswohnungen an die individuellen persönlichen Bedürfnisse der älteren und behinderten Bürger/innen

Wohnanpassungsmaßnahmen sind z. B.:

  • Einbau von Haltegriffen oder Handläufen
  • Beseitigung von Barrieren in der Wohnung
  • Umbau des Bades entsprechend der Behinderung u. ä.

Förderkonditionen:
Gewährung eines nicht rückzahlbaren Zuschusses in Höhe von

  • 75 Prozent der förderfähigen Baukosten
  • bis zum Höchstbetrag von maximal 3.835 € je Zuwendungsempfänger/in und
    Wohnung

D Ü S S E L D O R F

Zuschüsse können zur Finanzierung von Anpassungsmaßnahmen in der vorhandenen Wohnung gewährt werden.

Förderkonditionen:

Bei Einhaltung der Einkommensgrenze nach § 9 Wohnraumförderungsgesetz beträgt der Zuschuss 100% der nachgewiesenen förderfähigen Kosten. Bei Überschreitung der Einkommensgrenze bis 40 % ist ein Eigenanteil in Höhe der prozentualen Überschreitung zu leisten.

4. Sozialamt

Auf Leistungen nach dem Bundessozialhilfegesetz (BSHG) besteht Rechtsanspruch. Sie werden allerdings nur gewährt, wenn der Betroffene nicht über ausreichende Mittel verfügt , um sich selbst zu helfen.
Für die Anpassungen von Wohnungen kommen besonders in Frage:

  • die Eingliederungshilfe für Behinderte (§39/40)
  • die Hilfe zur Pflege (§68) oder
  • die Altenhilfe (§75)Alle anderen Leistungen sind vorrangig zu nutzen. Über die exakten Voraussetzungen berät das jeweils zuständige Sozialamt

5. Kleinkredit über die Bausparkasse oder die Bank

Jede Bausparkasse gewährt ihnen einen Kredit für Wohnungsanpassungen ab 5.000,- EUR zu günstigen Konditionen mit Rückzahlraten von ca. 100,- EUR monatlich.
Oft reicht ein Kleinkredit bis 2.500,- EUR einer Bank Ihres Vertrauens, der zur Zeit zu einem Zinssatz von unter 5%  zu
haben ist. Dafür werden keine grossartigen Besicherungen benötigt.

6. KfW Kredite

Die KfW Bankengruppe ergänzt aus Mitteln des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung subventionierte Förderangebot zur Reduzierung von Barrieren im Wohnungsbestand.

– ab 0,75 % effektivem Jahreszins
– bis zu 62.500 Euro Kreditbetrag je Wohneinheit
– unabhängig vom Alter
Alternativ kann man als Privatperson andere Zuschussprogramme nutzen

7. KfW Zuschüsse bei altersgerechter Umbauten (KfW Programm 455)

Zuschuss für Einbruchschutz, mehr Wohnkomfort und weniger Barrieren

– bis 6.250 Euro Zuschuss für jede Wohneinheit
– für private Eigentümer, die Wohnraum barrierereduziert umbauen oder umgebauten Wohnraum kaufen
– flexibel kombinierbar mit anderen Fördermitteln
Stand 01/2017